Tag 9 – von Arzua nach Amenal (ca. 23 km)

Der Abend hat es ja schon erahnen lassen – es werden die nächsten zwei Tage mehr Menschen unterwegs sein. Aber der Start in Arzua glich einem Betriebsausflug von einem sehr großen Unternehmen. Obwohl wir erst gegen halb 9 losliefen – viele machen sich sehr viel zeitiger auf den Weg – kamen Pilger aus allen Winkeln Arzuas. Es dauerte eine ganze Weile, bis das Feld sich auseinander zog.

Die Compostela, also die Urkunde, erhält derjenige, der mindestens die letzten 100 km zu Fuß oder 200 km per Rad absolviert hat. Dadurch sind natürlich jetzt viel mehr Menschen unterwegs, sowohl auf dem del Norte als auch auf dem France. Und hinzu kommen viele – wie es scheint – Tagespilger. Unser geschultes Pilgerauge 😉 erkennt mittlerweile, wie lange ein Pilger schon unterwegs ist – an Gang, Haltung, Ausrüstung, am Blick.

Der Weg indes war heute wirklich schön, durch wunderbare Natur zog er sich mal hoch, mal runter durch kleine Orte, Wälder und Felder. Die Temperatur stieg bis auf 16 Grad, die Sonne lächelte vom Himmel – perfekter kann Wanderwetter nicht sein. Auch körperlich ging es uns beiden sehr gut, wir merken, dass wir mittlerweile gut eingelaufen sind.

Nach ein paar Kilometern entdeckten wir dann auch mal bekannte Gesichter. Die Kemptner schlossen zu uns auf, Tanja hat die Wundermedizin scheinbar geholfen. Durch sie und jede Menge Schlaf war das Fieber zurück gegangen und Tanja fühlte sich fit für die letzten beiden Etappen.

Auch den Chicago-Men, der eigentlich Dan heißt, trafen wir nach 4 Tagen wieder (er teilte mit uns den viehischen Gegenverkehr).

Pause …

Ein großer Vorteil des Camino Frances ist die Anzahl der Einkehrmöglichkeiten. Auf manch langer Etappe des del Norte haben wir dies vermisst. Auch ist die Anzahl der Herbergen entsprechend hoch.

Je weiter wir an SdC heran kommen, treffen wir auf Stellen, an denen Pilger Andenken an irgend jemanden oder irgend was ablegen.

Unsere heutige Herberge befindet sich 3 km nach dem eigentlichen Etappenziel, daher haben wir es sehr viel ruhiger. Das Haus „Kilometer 15“ befindet sich direkt am Weg und hat drei super nett gestaltete Zimmer. Der Name rührt von der Entfernung nach SdC – allerdings auf der Straße. Uns stehen morgen noch einmal ca. 16 km bevor.

unsere Herberge für heute: Pension Kilometer 15

Auch wenn wir sicher sind, alle Pilger, die wir in den letzten Tagen kennenlernten, wiederzusehen, verabredeten wir uns für morgen Abend um 6 vor der Kathedrale auf ein Ankommensbier.

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