Tag 16 – von Kap Finisterre nach Muxia (ca. 28,5 km)

Die Sonne geht auf über Fisterra und das fast 2 Stunden später als in Erfurt. Heute morgen war es 06:57 Uhr. Ein herrlicher Start in unseren letzten Wandertag. Eine halbe Rolle Tape und das Spezialpflaster, welches mir das Krankenhaus mitgab, mussten genügen, dass ich diese letzte Etappe schaffe.

Sonne, fast wolkenloser Himmel und bis 18 Grad – direkt in der Sonne etwas wärmer – es sollte wettertechnisch der schönste der 16 Wandertage werden.

Die 28 km hatten es nochmals in sich. Wunderschöne Wege durch Eichen,- Eukalyptus- und Lorbeerwälder sowie kleinen Ortschaften verliefen viel bergan und bergab. Nach 14 km legten wir in Lires eine Rast ein – das einzige Städtchen mit ner Bar. Hier trafen wir nochmals auf Dan, den Chicago-Man. Er lief den Weg in die andere Richtung. Lires war auch Martinas Taxi-Option, falls es doch nicht so läuft. Und prompt hielt Toni, der kellnernde Taxifahrer, und ludt wieder Pilgerrucksäcke (für die, die nicht tragen wollen) ein. Die Wiedersehensfreude war groß.

Keine 2 km später löste sich das Pflaster aber so langsam aber sicher. Kritischer Moment – aber: neu verbinden, Zähne zusammenbeißen und weiter gings. Zum Glück hielt es bis zum Schluss.

Als die Bucht von Muxia in Sicht kam, waren wir beide dann aber sehr froh und ganz schön platt.

Carsten hatte uns ein nagelneues Appartement in der ersten Reihe am Hafen gebucht. Aber zuvor gab es erstmal eine Stärkung.

Muxia ist ein sehr nettes und nicht von Touris überlaufenes Städtchen mit einem kleinen Hafen, einigen Bars und Restaurants. Am frühen Abend sind wir dann an die nördlichste Landspitze gegangen zur Kapelle zu Ehren der Heiligen Jungfrau. Der Legende nach ist die Mutter Gottes hier angelandet, um den Heiligen Jakob bei der Bekehrung der Menschen zum Christentum zu unterstützen. Die Kirche geriet während der Weihnachtstage im Jahre 2013 durch Blitzschlag in Brand, wurde aber wieder aufgebaut- mit großem Blitzableiter.

Direkt daneben ist ein großes Denkmal in Gedenken an das Schiffsunglück von 2002, als die „Prestige“ – ein Öltanker – direkt vor der Küste zerbrach und sank. Die Folgen der Ölpest konnten bis heute nicht vollständig beseitigt werden.

Claudin, meine Leidensgenossin, hat – vielleicht angespornt durch mich – sich ebenfalls vorgenommen, die letzte Etappe zu laufen. Leider haben wir sie nicht nochmal getroffen.

Dafür haben wir mit Corinna und Bernd, die noch einen Tag länger hier geblieben sind, einen sehr schönen Abend verbracht.

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