Tag 10 – von Amenal nach Santiago de Compostella (ca. 16+3 Umwege km)

Nach einer guten Nacht versperrte uns dicker Nebel heute den 1. Blick aus dem Fenster. Ab 6 Uhr klackten schon die ersten Pilgerstöcke über den Asphalt. Beim üblichen Cafe con Leche mit Croissant vor der Herberge gesellten sich Anja aus Hannover und Manu aus dem Schwarzwald (gebürtige Erzgebirglerin) zu uns. Gestern Morgen nach dem Start in Arzua liefen wir ein Stück des Weges gemeinsam. Die beiden sind seit 4 Wochen auf dem Frances unterwegs und hatten sich gleich zu Beginn kennengelernt. Da uns beide Mädels sehr sympathisch waren, war die Freude über das Wiedersehen groß. Das nächste Treffen gibts dann wohl in SdC am Dienstag, da die Mädels sich mit dem Ankommen Zeit lassen wollen – wie so einige andere Pilger auch.

Der Weg war wider Erwarten sehr schön, führte durch kleine Wälder und nette Vororte. Erwähnenswert ist die hübsche kleine Kirche in San Paio sowie der uralte Waschplatz in Labacolla, wo sich die Pilger – bevor sie die Stadt betraten – gründlich wuschen. An dieser Stelle fließen zwei Bäche zusammen.

Monte do Gozo – Berg der Freude – dies bezog sich im Mittelalter auf das große Glücksgefühl, wenn die Pilger nach allen Strapazen endlich ihren Zielort erblickten – und das gibts heute noch. Ab hier ging es ca. 5 km durch Industrie- und typische Vorortgegenden. Aber der Nebel lichtete sich pünktlich auf dem Berg.

Die Vorfreude stieg, wenngleich es ein anderes Gefühl ist als vor 4 Jahren nach dem Abschluss des Camino Portugues. Jetzt wussten wir beide, was uns erwartet. Und vielleicht hat es auch damit zu tun, dass wir den Weg in Teilstücken gelaufen sind.

Aber egal – die Freude war dann trotzdem da, auch die bekannten Gesichter wiederzusehen – und so ein kleines bisschen stolz sind wir auch auf die gelaufenen insgesamt 835 km.

Um 18 Uhr trafen wir uns alle nochmal vor der Kathedrale – es hat sich wohl rumgesprochen, dass alle, die den Norte absolviert haben, sich treffen. Von den Gesamtpilgern, die heute angekommen sind, sind wir nur ein kleiner Bruchteil – ca. 4 % laufen nur den Camino del Norte.

Fast 40 Pilger aus mind. 13 Ländern (Frankreich, Polen, Schweiz, Chile, Japan, Columbien, Italien, Holland, Tschechien, Ukraine, Kanada, USA und Deutschland)

Nach dem letzten Absacker sind wir dann auch wieder dem Geist von Santiago begegnet:

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