Tag 8 – von Sobrado nach Arzua (22 km)

Nach einem netten Abend mit den Holländern waren wir heute morgen die ersten Badgeher. Wir verabschiedeten uns kurz mit dem üblichen Buen Camino – ohne der Gewissheit, sich wiederzusehen.

Tanja und Adrian trafen wir in der Frühstücksbar, beide hatten im Kloster übernachtet. So faszinierend das Kloster bei der Besichtigung war, so ungemütlich war wohl die Nacht. Die großen Schlafräume mit winzigen Fenstern waren sehr feucht, schmutzig und stickig. Tanja hat sich hier wohl den Rest geholt, der vorherige kalte und nasse Tag hat das seine getan. Martina hat ihr mit einem Wunderpulver hoffentlich gut über den Tag geholfen.

4 Grad aber kein Regen, sogar die Sonne lugte etwas hervor – kein schlechter Start. Die ersten 7 km ging es auf wunderbaren wanderfreundlichen Wegen.

Es blieb ein schöner Wandertag. Die Temperatur stieg auf 14 Grad. Der 2. Teil bot leider keine Einkehrmöglichkeit, obwohl wir durch einige schöne Ortschaften liefen.

Pausenstärkung vom Funkwerk Kölleda – Danke Nachbar Jens

Carsten ist vor ein paar Jahren auf ein Lied gestoßen – ULTREIA – das Lied der Jakobspilger. Ultreia ist ein alter Gruß, mit dem sich schon im Mittelalter die Pilger untereinander gegrüßt haben. Heute Mittag erklang es als Motivationshilfe auf dem Weg.

In Arzua angekommen, bezogen wir unser reserviertes Zimmer in einer Pension und machten uns zum Essen auf. Ein großer Wochenmarkt wurde gerade abgebaut, aber ein großes Zelt ludt Tintenfischfreunde zum Pulpoessen ein. Die Tintenfische wurden in großen Fässern gekocht, nach dem Garen mit einer Schere klein geschnitten und mit Olivenöl beträufelt serviert – eine galicische Spezialität. Es waren hunderte Menschen da und kein Platz frei.

Pulpuria in Arzua

Arzua ist nicht klein, einige Hotels und Pensionen sowie zahlreiche Lokale versorgen hier die größere Schar an Pilgern, da hier ja der Camino del Norte auf den Camino Frances trifft. Wir hatten uns für eine kleine Bar entschieden und sprachen gerade darüber, dass es sehr unwahrscheinlich ist, hier die Holländer wiederzutreffen – als sie plötzlich vor uns standen… und so konnten wir auch das überfällige Foto endlich machen.

Wiedersehen am Nachmittag mit Lisbeth und Henk

Als wir gegen 7 noch einen kleinen Hunger verspürten, gingen wir nochmals die wenigen Schritte ins Zentrum. Als wir an der Kirche vorbei kamen, war gerade die Pilgermesse beendet und wir schauten kurz hinein. Ein deutsches Pilgerpärchen stand mitten im Raum und sang Gloria, ein wunderschönes und toll gesungenes Lied – ein Gänsehautmoment.

Bei einem Lokal standen viele Menschen in der Warteschleife, es war rappelvoll. Aber bei einem kurzen Blick in den Gastraum entdeckten wir wieder die beiden Holländer, die zudem auch noch 2 Plätze frei hatten. So verbrachten wir wiederholt nette Stunden zusammen. Diese überraschenden Momente sind besonders schön auf dem Camino.

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