Tag 4 – von Vilanova de Lourenza nach Abadin (ca. 26 km)

Nachtrag zu gestern: Carsten war zwischenzeitlich so langsam, dass es sich eine große Schnecke mit ihrem Haus auf seinem Cape am Rücken gemütlich gemacht hat:-). Es war ein sehr lustiger Anblick und gar nicht so einfach zu entfernen. Die lange Etappe hatten wir schnell und gut verdaut und verbrachten den Nachmittag und Abend mit den Jungs. Da es in Lourenza keine freien Zimmer mehr gab, sind wir alle 4 in die Pilgerherberge Castelos. Sehr schick und modern, die Doppelstockbetten mit eigenem Licht und eigener Steckdose – das war alles gut. Mit Tobias und Garbor sowie den Holländern Lisbeth und Henk hatten wir einen netten Abend. Ein älteres Schweizer Pärchen – eigentlich ganz nett – machten uns anderen 8 Pilgern die Nacht aber zum Alptraum. Die Frau hatte weder Schlafsack noch Decke und schlief am geschlossenen Fenster. Dieses hat sie verteidigt bis morgens um 4. Kurz vor dem Hitze- und Erstickungstod diskutierte Carsten nochmals mit ihr, bis sie endlich nachgab. Das war alles andere als schön – zumal wir eine lange Etappe hinter und eine schwierige vor uns hatten.

Nach einem gemeinsamen Frühstück stiefelten wir bei 16 Grad und Regen los. Die heutigen 26 km hatten es in sich. Nach 8 km an der Kathedrale in Mondoñedo – triefend vom Regen – hatten wir beide ein mächtiges Tief.

Aber ein Cafè con Leche und ne Coke und vor allem die blauen Flecken am Himmel verbesserten unsere Laune spürbar. Nach und nach trafen unsere Mitpilger der letzten Tage ein, man tröstete sich gegenseitig und verständigte sich auf eine Wegvariante, die ab hier eine Stunde kürzer und noch etwas steiler verläuft und verabredete sich für den Zielort Abadin. Aber wir verfehlten alle den Einstieg in die Variante – dadurch wurde aus der kürzeren steileren letztendlich die lange Variante mit 1100 m Hm. Dafür führte diese aber durch eine wunderbare grüne Landschaft mit tollen Aus- und Weitblicken. Die Sonne tat natürlich das übrige dazu, auch wenn es nicht wärmer als 18 Grad wurde.

Eine kleine ganz neue private Pilgerherberge hatte am Ortseingang von Abadin noch ein DZ für uns, so dass uns eine ruhige erholsame Nacht garantiert ist und wir unsere Wunden lecken können. Der Tag war für uns beide bislang der heftigste. Kurz nach uns checkten auch die Kemptner Adrian und Tanja sowie die Holländer ein.

Pilgerherberge in Abadin

Da wir unser Menu del Dia gleich nach Ankunft genossen haben, gibt es heute Abend bestimmt nur noch ein Glas Vino Tinto mit den anderen.

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